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LIFE ON URTH - Episode 075Spiel mit der Welt Leben ist im Kern spielerisch – technisch gesprochen. Evolutionär wurden wir dazu geformt, die Welt als Spielfeld wahrzunehmen: Ist-Zustand, Soll-Zustand und der Weg dazwischen. Diese Dreiteilung ist keine kulturelle Erfindung, sondern eine Art Wahrnehmungs-Algorithmus, der seit Urzeiten unser Überleben sichert. Jeder Organismus muss permanent bewerten: Wie ist die aktuelle Situation? Wohin möchte ich? Funktionieren meine Strategien, um dorthin zu gelangen? Selbst in Schmerz oder Verlust bleibt die Struktur dieselbe – Wahrnehmung, Ziel, Handlung. Modelle wie die Bedürfnishierarchie von Maslow zeigen, aus welchen Dimensionen dieses Spiel besteht. Evolutionär haben wir die meiste Zeit in den unteren Ebenen verbracht. Schleier des Unbekannten Wissenschaft ist der Versuch, unser Verständnis der Spielregeln durch das Testen von Vorhersagen zu schärfen. Dadurch haben wir ein Weltraum-Teleskop in 1,5 Millionen Kilometern Entfernung erschaffen und mehr süße Hundevideos, als man je konsumieren könnte. Doch selbst mit den neuesten futuristischen Technologien befinden wir uns in einer Blase endlichen Wissens. Frei schwebend inmitten der unendlichen Komplexität des Universums sind wir für immer umgeben von einem Schleier des Unbekannten, den wir zurückdrängen, aber nie durchdringen können. Das ist kein Grund zur Entmutigung. Wenn wir akzeptieren, dass das Unbekannte nie verschwindet, werden Forschen und Lernen selbst zum Spiel. Ziel ist nicht, alles zu wissen, sondern gemeinsam weiterzuspielen und dabei Neugier und Faszination immer wieder neu zu entdecken. Auflösung von Gefühlen Auch im Alltag spielen wir ständig mit unvollständigen Informationen. Trotzdem treffen wir Entscheidungen und sortieren Situationen in grobe Kategorien. Dabei sind unangenehme Gefühle höher aufgelöst als angenehme. Das ist evolutionär gut nachzuvollziehen: Freude braucht keine Details: „Weiter so“ reicht. Angst, Ärger oder Scham dagegen liefern präzisere Hinweise auf potenzielle Bedrohungen und Impulse als Antwort: weglaufen, verteidigen, verstecken. Gefühle sind die evolutionäre Lösung dafür, uns in einer überwältigend komplexen Welt schnell grob zu orientieren. Sie zeigen uns, wie gut unsere Strategien funktionieren, um Ist- und Soll-Zustand in Einklang zu bringen. Doch da sie auf alten Lernerfahrungen beruhen, können ihre Bewertungen veraltet oder schlicht falsch sein. Fehlerhafte Bewertungen zu erkennen und zu korrigieren erfordert eine Rückbesinnung auf das Spiel. Es benötigt die Erlaubnis, Experimente zu wagen und neue Erfahrungen zu sammeln. Nur so kann das eigene System neue Bewertungen erlernen und damit auch andere Gefühle produzieren. Horizontale Beziehungen Ein großer Stressor sind unsere Fantasien darüber, was andere über uns denken. Der Ausschluss aus der Gemeinschaft war für uns lange Zeit tödlich. Heute wirkt das Muster zur Vermeidung immer noch nach. Unbewusst vergleichen wir uns ständig und sehen andere als Konkurrenten. Alfred Adler nannte das „vertikale Beziehungen“ – ein Hindernis für ein erfülltes Leben. Wir alle spielen auf demselben Spielfeld. Doch jeder von uns befindet sich dabei in einer einzigartigen Situation mit unvergleichbaren Fähigkeiten und Perspektiven. Unsere Mitmenschen sind Mitspieler, jeweils mit ihrer eigenen Version der Welt und dem Wunsch, sie zu verbessern. Unsere Mitmenschen nicht als Konkurrenten, sondern als Kameraden zu sehen – in der gemeinsamen Mission, unsere Welt zu verbessern – ist der schnellste Weg zu horizontalen Beziehungen. Wichtig sind dabei nicht nur die Beziehungen zu unseren engsten Bezugspersonen, sondern auch zu uns selbst und sogar zu Fremden auf der Straße. 🧘♀️ Übung: Beobachte an einem belebten Ort andere Menschen – mit dem Wissen, dass ihr alle an derselben Mission arbeitet: das Leben ein Stück besser zu machen. Erkenne, dass du selbst Fremden dabei wirklich nur das Beste wünschst, denn ihr Glück ist letztlich auch deins. Stell dir zum Beispiel vor, wie sich eine vorbeilaufende Person über eine gute Nachricht freut. Wie fühlt sich das an? ✒️ Quote der Woche: “Nobody ever figures out what life is all about, and it doesn't matter. Explore the world. Nearly everything is really interesting if you go into it deeply enough.” -Richard Feynman 🍿 Video der Woche: Why 2025 is the single most pivotal year in our lifetime | Peter Leyden 🎧 Song der Woche: God Is An Astronaut - Remembrance Day Ich würde das Format des Newsletters gerne erweitern, indem ich auf Kommentare oder Fragen von Lesern antworte. Dafür brauche ich natürlich Kommentare und Fragen 😂 Ich freue mich daher sehr, wenn Du mir schreibst! Bist du über etwas in meinen Texten gestolpert? Antworte einfach auf diese E-Mail oder schreibe mir unter mail@urth.blog 👈 Nur das Beste, Adrian / Urth Du möchtest nicht bis nächste Woche warten?
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